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Geschichte der Gartencenter
Geschichte und Entwicklung der Gartencenter In den sechziger Jahren kam von England ausgehend über die USA eine neue Betriebsform: Das "Gartencenter". "Alles für Garten und Heim - Erstes Gartencenter Europas in Köln" So die Überschrift in einer Kölner Tageszeitung aus dem Jahr 1960, das Gründungsjahr von Dinger's Garten Center. In der „Kölnischen Rundschau“ war zu lesen: „Blumenfreunde bedienen sich selbst: Neuartiges Garten Center an der Militärringstraße nach amerikanischem Vorbild“ „In der Selbstbedienungsabteilung des neuartigen Garten Centers sucht der Kunde seine Blumen, Zierpflanzen und Stauden selbst aus. Jede Pflanze ist mit Preis und Sortenetikett versehen. Die Pflanzen sind in einem Beutel in die Erde gebettet und lassen sich mit ihrem Wurzelballen herausheben. Die Blumen in den Gewächshäusern sind natürlich eingetopft. Der Kunde geht an dem pfeilgebotenen Sortiment mit einem Einkaufskorb entlang und nimmt die Blumen selbst von den Ständen. Die Selbstbedienung in einem Garten Center gleicht demnach der Einkaufsmethode in den Lebensmittel- Selbstbedienungsläden." Bei dem Kölner Betrieb handelt es sich um 38.000 m² Freiland, 2.500 m² Gewächshausfläche und 1.000 m² Schauanlage. Mit der Gestaltung des gestern eröffneten Gartencenter wurde nach amerikanischem Vorbild ein Sonderunternehmen geschaffen, das mit 1.350 m² Sonderfläche dem 'Selfservice' dem Kunden dient. Von dieser Fläche sind 1.000 m² Freilandfläche, 150 m² Hallenfläche und 200 m² Gewächshausfläche. Zugleich steht eine Parkfläche für 250 Kraftfahrzeuge zur Verfügung." Gartenumsätze und Anzahl der Gartencenter steigen in Deutschland weiter an. Der Gartenmarkt wächst, Gardening liegt im Trend. Die positive Entwicklung im Hinblick auf den Indoor-Bereich des Gartenmarktes lässt sich u.a. auf die Entwicklung des Wohnungsbestandes und der Wohnfläche (je Wohnung und Einwohner) sowie dem Outdoor-Bereich auf die Bestandsentwicklung an Gärten, Terrassen/Balkonen und Wintergärten in Deutschland zurückführen. Wichtiger Markttreiber ist zudem der Gartenbesitzer selbst – tendenziell älter, häufig Hausbesitzer und mit einem überdurchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen gesegnet, also eine durchaus interessante Zielgruppe. Der eigene Garten galt schon immer als ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Schon zu Urzeiten wurden Tiere, Pflanzen und auch Menschen durch Zäune, Mauern oder Gräben vor den Gefahren von außen geschützt. Das Nützliche wurde mit dem Schönen verbunden: der Liebe zur Natur, dem Müßiggang oder einfach der Freude an der Schönheit der Pflanzen. Der bürgerliche, private Hausgarten stand in Deutschland bislang allerdings wenig im Mittelpunkt kultureller Betrachtungen. Vom Gemüsegarten zum Lustgarten war ein langer Weg in der Entwicklungssgeschichte des Menschen. Die älteste Gartenschilderung ist der Paradiesgarten, der Garten Eden. Seitdem der Mensch das Paradies verloren hat, ist er bemüht, es zurückzuholen, es wiederzuerobern, es zumindest nachzuschaffen. Arkadische Bilder und Traumlandschaften – das sind die Vorstellungen, die heute mit den Begriffen Garten und Landschaft verbunden werden. Dies dürfte die schlüssige Erklärung sein für unseren Wunsch nach einem Garten, für immer neue Varianten der Gartenkunst. Mit seiner Sesshaftigkeit wurde der Mensch vom Jäger zum Gärtner. Er begann, Wildpflanzen und auch Wildtiere zu domestizieren. Ein Stück Land wurde umbrochen, die ersten Gärten angelegt – sicher eher unter dem Aspekt der Zweckmäßigkeit als nach künstlerischen Überlegungen. Die Grundlage menschlicher Kultur entstand. Das Wort Kultur bedeutet ursprünglich „sein Feld bestellen, damit etwas wachsen kann“. Colere, so das lateinische Verb, heißt nicht nur pflegen, sondern auch verehren, ein Naturverständnis, das der heutigen Agrarindustrie verloren gegangen ist. Wie die ersten Gärten wirklich aussahen, kann man sich nur vorstellen. Das gotische Wort garda bedeutet soviel wie „eingefriedetes Gelände“ – heute noch eine zutreffende Definition für den Garten, der durch einen Zaun zum abgegrenzten Privatbereich wird. Auch der Begriff Park, hergeleitet aus dem mittellateinischen Wort parricus, bezeichnet einen eingefriedeten Bereich, in dem Tiere als „Fleischvorrat“ gehalten wurden. Mit beiden Begriffen – Garten und Park – sind kulturelle, künstlerische Schöpfungen des Menschen beschrieben, die die „domestizierte“ von der „wilden“ Natur abgrenzen sollen. Spätestens jetzt wird das Urprinzip des Gartens deutlich. Wer sich zum Garten bekennt, muss auch zu dessen Pflege bereit sein. Hier verbindet sich der Umgang mit der Natur mit rationalem Ertragsdenken. Irgendwann kam dann „Lustgewinn“ hinzu: die Freude an den Pflanzen, der Sinn für Farben, Düfte, Formen, für den Wechsel der Jahreszeiten, den erlebbaren Raum. Diese ersten menschlichen Wahrnehmungen sind nicht überliefert, doch genau so muss es gewesen sein und eines Tages wurde aus dem Erlesenen des Gartens bewusste Gartenkunst. Die Fülle an Gartenzeitschriften und der rege Zulauf auf Garten- und Heimwerkermärkte sind nur ein Hinweis darauf, dass es die Deutschen gerne grün mögen. Die Statistiken bestätigen es: Bundesweit verfügen 60 Prozent der Haushalte über einen Garten. Relaxen im eigenen Garten, sich vom stressigen Alltag abgrenzen, das ist zu Beginn des neuen Jahrtausends in Mode und ist mit dem englischen Wort "Cocooning" ("Einhüllen") bestens umschrieben. Das Wichtigste ist für die Deutschen heute der Erholungs- und Freizeitnutzen des Gartens. Die bürgerliche Gartenkultur in Deutschland entspringt im Wesentlichen der Renaissance. Im 15. und 16. Jahrhundert, bis Anfang des 17. Jahrhunderts erblühten Gärten in Nordeuropa nach Vorbildern in Italien. Bei der Gestaltung der privaten Hausgärten in der Renaissance griff man auf Vorbilder aus der römischen Antike zurück. Schon um Christi Geburt hatten wohlhabende Bürger neben ihren blühenden Villengärten auf dem Land auch Stadthäuser in Rom mit Gärten: Kräuter- und Ziergärten, die unmittelbar mit den Wohnräumen verbunden waren. Ausreichend Geld, um einen schönen Garten anzulegen, das hatte man Anfang des 20. Jahrhunderts selten. Städtische Grünflächen, Volksgärten und Kleingärten waren im Zuge der Industrialisierung die Schwerpunkte gärtnerischer Aktivitäten. Nach den zwei Weltkriegen mussten die Grundstücke dann mit Kartoffeln, Gemüse und Salat für das Überleben genutzt werden. Da auch meist kein Geld für besondere Pflanzen vorhanden war, konnte sich eine bürgerliche Gartenkultur nach ihrer Blüte Ende des 19. Jahrhunderts nur sehr langsam wieder entwickeln. In den 60er und 70er Jahren bedeutete Garten: viel Rasen, ein Sandkasten für die Kinder und auf jeden Fall so wenig Arbeit wie möglich. Wem es gut ging, der kaufte sein Gemüse im Supermarkt und brauchte sich die Hände nicht schmutzig machen. Ein moderner Typ des Hausgartens wurde kreiert, der weder repräsentativer Ziergarten noch Nutzgarten im eigentlichen Sinne sein wollte, sondern ein Wohngarten, in dem Hollywoodschaukel, Barbecue und Swimmingpool den Stand der ökonomischen und kulturellen Anpassung an die USA anzeigten. In den 80er Jahren wurden dann wieder Elemente der Gartenkultur des 19. Jahrhunderts aufgenommen: Man gärtnerte wieder im Einklang mit der Natur - nur ökologisch bewusst. So verwendete man etwa für die Bodenpflege Regenwürmer statt Chemikalien. In England, Frankreich, Holland oder Belgien öffnen Privatleute schon seit Jahrzehnten ihre Gärten. Seit ein paar Jahren fasst dieser Trend auch in Deutschland Fuß: Privatgärten öffnen ihre Tore, stellen zur Schau, welches Paradies im eigenen Garten herangewachsen ist. Deutsche Gartenliebhaber knüpfen langsam wieder an die Gartenkultur des 19. Jahrhunderts an: Sie sammeln Pflanzen, genießen üppige Blumenpracht und sehen den Garten nicht mehr als etwas Lästiges an. Garten, das ist Lebensraum, ein Kulturraum, in dem man sich gerne aufhält, seine Zeit verbringt, der positive Energie gibt und auch als Visitenkarte gelten kann. Das Bewusstsein für die Schönheit und die Leichtigkeit, die mit einem Garten einhergehen kann, kommt langsam wieder. Als Beruf stand das Gärtnerhandwerk im 18., vor allem aber im 19. Jahrhundert hoch im Kurs, so dass sich die Experten des Zier- und Topfgartenbereichs den Titel Kunstgärtner gaben. Eine Kunst war es aber auch, von den Pflanzen zur richtigen Zeit Samen für die Selbstanzucht zu ernten oder zu veredeln. Erstaunlicherweise trifft man bei der Lektüre alter Schriften immer wieder auf Praktiken, die sehr modern anmuten und bis heute beibehalten wurden. Wer heute sein Obst und Gemüse selber aus Samen heranzieht, sucht sich im Gartenfachhandel oder einfach im nächsten Supermarkt aus, was gefällt, und kann dabei unter einer fast unübersehbaren Zahl von Arten und Sorten wählen, alles übersichtlich geordnet und in bunten Tütchen mit Anbauhinweisen abgepackt. Zu Hause steht dem Hobbygärtner vielleicht ein Kleingewächshaus oder ein beheiztes Vermehrungsbeet auf dem Fensterbrett zur Verfügung, spezielle Anzuchterde hat er beim Samenkauf gleich mit erstanden. Bei der Weiterkultur auf dem Beet helfen dann Wasserschlauch und Sprenger, zum Düngen genügt ein Griff zum Fertigprodukt, oder man bedient sich der fruchtbaren Rotte aus der erworbenen Kompostlege. Wie leicht das Gärtnern heute geworden ist, wird erst deutlich, wenn man sich alte Texte vornimmt oder in Gartenbüchern und –zeitschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert blättert. Für die Düngung und Erwärmung der Frühbeete stand nur Stallmist zur Verfügung, anderenfalls hieß es, mühsam aufsammeln, was Pferde, Kühe, Ochsen auf der Straße hinterließen. Kein Wunder, dass bald schon nach anderen organischen Stoffen als Ersatz für diese tierischen Produkte Ausschau gehalten wurde, wobei bisweilen recht abenteuerlich anmutende Vorschläge die Runde machten. Es werden aber auch Verfahren beschrieben, die sich nur schwer nachvollziehen lassen und von denen aus heutiger Sicht dringend abgeraten werden muss. Es gibt mehrere Möglichkeiten, zu den gewünschten Pflanzen zu kommen: Am einfachsten ist der Besuch der entsprechenden Produzenten, der Baumschule oder des Gartencenters. Vielfach werden von den Betrieben Kataloge oder Prospekte mit Pflanzenbeschreibungen unterschiedlicher Ausführlichkeit verschickt. Oft sind es auch nur Angebotslisten mit den Pflanzenarten, Qualitätsbezeichnungen und Preisen. Viele Produzenten gehen heute bereits dazu über, ihr Pflanzensortiment über Internet anzubieten. Man kann sich auch über E-Mail oder per Fax die gewünschten Angebote zuschicken lassen. Die Liefer- und Zahlungsbedingungen sollten unbedingt vorher genau studiert werden. Es sollte festgelegt werden, ob Ersatzlieferungen erwünscht sind, falls die bestellte Sorte nicht lieferbar ist (andere Qualitäten, andere Sorten oder vergleichbare Pflanzen anderer Gehölzarten) oder ob eine Ersatzlieferung prinzipiell ausgeschlossen sein soll. Wichtig ist zu wissen, wie hoch die Zustell- oder Lieferkosten sind und ob diese der Produzent oder der Kunde trägt. Abhängig ist dies meist von der Bestellmenge. Werden Pflanzen per Post, Bahn oder Spedition geliefert, werden sie in Kartons oder Plastiksäcke transportsicher verpackt. Nach Erhalt der Lieferung müssen die Pflanzen sofort ausgepackt und gewässert werden, da diese trotz optimaler Transportbedingungen leiden. Besteht die Möglichkeit, direkt in den Verkaufsbetrieb einer Baumschule oder eines Gartencenters zu fahren und die Pflanzen selbst auszuwählen, so bringt das natürlich viele Vorteile mit sich. Normalerweise steht fachlich geschultes Personal für die Betreuung und Beratung der Kunden zur Verfügung. Die Beratung reicht mitunter von der Hilfestellung bei der geeigneten Sortenwahl und eventuellen Alternativen bis hin zur Erläuterung von Standortproblemen und Pflanzenschutzfragen. Sollte eine gewünschte Sorte überhaupt nicht verfügbar sein (z.B. weil sie nur selten verlangt wird), so könnte diese unter Umständen im Auftrag vermehrt werden. Über die geeignete Substratwahl für die jeweilige Pflanzenart und Möglichkeiten der Bodenverbesserung wird man ebenso Auskunft erhalten wie über Pflanzzeiten und eventuell notwendige Schnittmaßnahmen. Meist wird der Pflanzschnitt auf Verlangen gleich in der Baumschule durchgeführt. Ebenso können Hinweise auf eventuell notwendige Schutzmaßnahmen vor austrocknenden Winden und direkter Sonnenbestrahlung gegeben werden. Auch so genannte „Nachbauprobleme“ z.B. bei Rosengewächsen können angesprochen werden. Größere Baumschulen und Gartencenter bieten natürlich auch organische und anorganische Dünger sowie Pflanzenschutzmittel an und beraten Sie entsprechend. Allerlei Gartenzubehör steht ebenso zum Verkauf, dazu gehören Töpfe, Gestaltungselemente aus Holz und anderen Materialien, Werkzeug und vieles mehr. Jungpflanzen werden heute oft schon in Super- und Baumärkten angeboten. Hier lässt sich durchaus Gutes zu kleinen Preisen finden. Aber die Pflanzen sind nicht immer optimal gepflegt und untergebracht und zeigen teils recht unterschiedlich Qualität. Auch in Gartencentern kann die Qualität variieren. Doch Betriebe, die mit dem Gütezeichen „Fach-Garten-Center“ ausgewiesen sind, gewährleisten ein hohes Angebots- und Beratungsniveau. Davon kann man auch in den meisten Gärtnereien und Baumschulen ausgehen. Viele gehören Dachverbänden wie dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) oder dem Bund deutscher Staudengärtnereien an. Deren Mitgliedsbetriebe haben sich strengen Qualitätsstandards verschrieben, mitsamt sehr kompetenter Beratung sowie teils mit zusätzlichen Serviceleistungen (z.B. Hauslieferungen der Pflanzen, Bodenuntersuchungen). Der gärtnerische Versandhandel bietet in der Regel eine recht gute Qualität und kann teils auch mit Arten und Sorten dienen, die man sonst nur schwer findet. Die Ware sollte gleich nach Ankunft nicht nur ausgepackt und gut versorgt, sondern auch sorgfältig begutachtet und, wenn nötig, gleich reklamiert werden. Baumschule oder Gartencenter haben beide ihre Vorzüge. Gartencenter haben ein breites Angebot: viele Gattungen, z. B. Rosen, Rhododendron, Clematis usw., aber wenige Sorten innerhalb der Gattungen. Baumschulen dagegen haben meist ein tiefes Angebot: weniger Gattungen, z. B. nur Rosen oder nur Rhododendren und Moorbeetpflanzen, dafür eine große Sortenvielfalt. Suchen Sie etwas ganz Spezielles, sind Sie besser in einer Baumschule aufgehoben. Kommt es Ihnen nicht so auf die Sorte an und möchten Sie alles aus einer Hand, ist ein Gartencenter besser.
01.03.2010, 08:29 von gartenadmin |
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