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Die finnische Sauna
Sauna bedeutet übersetzt „Raum aus Holz“ und ist ein mit dem Saunaofen beheizter Raum, in dem man Wasser auf heiße Ofensteine gießt und im dadurch entstehenden Wasserdampf schwitzt. Die finnische Sauna ist bekannt für ihr durch den Wasseraufguss hervorgerufenes gutes und angenehmes „Löylygefühl“ oder Saunaklima, wie der Laie sagt. Dieses „Löyly“ – der durch den Wasseraufguss erreichte Dampfstoß – gehört sowohl zum alten traditionellen als auch zum modernen Saunabad der Finnen. Und genau dieser Aufguss und der dadurch erzeugte Dampfstoß sind es, durch die die finnische Sauna entscheidend vom Dampfbad anderer Länder abweicht. Denn nur mit einem Aufguss bestimmt der Saunabadende, ganz nach seinem persönlichen Empfinden, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Sauna. Gerade dieses individuelle „Löyly“ macht die finnische Sauna so genussvoll, entspannend und gleichzeitig anregend. In den ländlichen Gebieten Finnlands hat sich die Ursprünglichkeit dieses Steinschwitzbades in der Form der Rauchsauna erhalten. Ein einfaches Blockhaus; ein lose aufgeschichteter Berg Feldsteine, unter dem ein Feuer brennt, erhitzt den Raum. Der Rauch durchzieht diesen Raum und gelangt dann durch die Tür oder spezielle Rauchöffnungen ins Freie. Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, wird das Feuer gelöscht und der Badevorgang kann beginnen. Mehr oder weniger tief in die Erde eingegrabene Blockhäuser, auch als „Erdsauna“ bezeichnet, gehören zu dieser Sauna-Art. Zum Saunabad gehören der Aufguss bzw. Dampfstoß, das anschließende Abkühlen des Körpers und am Ende die Körperwäsche. Saunabräuche und Badeformen gibt es viele. Im allgemeinen befolgt man keine bestimmten Regeln, sondern jeder sauniert so, wie er es für richtig hält. Sinn und Zweck des Saunierens bleiben jedoch
Aus dem Zusammenwirken dieser Umstände entsteht der Saunagenuss, das heißt das Gefühl des Wohlbefindens. Ein fester Brauch der finnischen Sauna ist das Abklopfen des Körpers mit dem Saunaquast, einem Büschel aus Birkenreisern, für das man zur Sommersonnenwende junge Zweige der Weißbirke schneidet und sie kunstvoll zum Saunaquast bindet. Saunabaden Das Saunabaden ist der Saunagang mit Quästen des Körpers mit dem Birkenbüschel vor allem nach dem Aufguss und anschließender Körperreinigung unter der Dusche.
Saunaquast Der Saunaquast ist ein aus jungen Birkenzweigen besenartig zu einem Laubbüschel gebundenes Baderequisit. Gelegentlich wird dieser Saunaquast auch aus Erlen-, Wacholder- und sogar aus Eichenzweigen gebunden. Wune Als Wune bezeichnet man eine eisfreie Stelle im See, Fluss oder Meer, in der man für einen kurzen Moment ins eiskalte Wasser eintaucht, um sich nach der Schwitzphase abzukühlen. Untertan Ist eine Pappunterlage, die man sich vor dem Hinsetzen auf das heiße Holz der Liegebank als Sitzschutz unterlegt. Meistens wird diese Pappunterlage nach dem Saunabad weggeworfen. Abkühlen In der Abkühlphase kühlt man seinen im Schwitzraum aufgeheizten und schwitzenden Körper im Freien oder auch im Haus ab. Für den Finnen gehört der Saunagang sei eh und je zu den alltäglichen Dingen. In die Sauna geht er an Werktagen genauso wie an Festtagen. Der Saunagang am Ende gewöhnlicher Wochentage dient der Körperreinigung und der Erholung nach der schweren Arbeit. Festtage werden meistens mit einem Saunagang eingeleitet, das heißt, das Saunabad dient hier nicht nur der Körperreinigung vor dem Fest, sondern stellt einen relevanten, zum Festablauf gehörenden Teil dar. Weihnachts-, Johannis- und Brautsauna sind die bekanntesten davon. Voraussetzungen zum Saunagang Für einen guten Saunagang sollten Sie folgende Voraussetzungen schaffen:
1 ½ - 2 Stunden dafür ausreichend.
Die wesentlichste Voraussetzung für ein gelungenes Saunabad ist natürlich eine richtig gebaute Sauna mit ausreichender Belüftung. Löyly und Gesundheit Ein behagliches oder unbehagliches Löylygefühl entsteht durch das Zusammenwirken von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Belüftung und Dampfstoßdauer. Hohe Temperaturen bringen den Menschen zum Schwitzen, der Grad an Luftfeuchtigkeit reguliert die Schweißabsonderung und die Schweißverdunstung, ausreichend Belüftung erleichtert das Atmen und sorgt für genügenden Sauerstoffgehalt der Luft im Schwitzraum. Trotzdem ist die Wirkung des Dampfstoßes auf jeden anders. Auf gesunde Menschen hat der Saunagang keinerlei nachteilige Auswirkungen, im Gegenteil. Und obwohl die Sauna in alten Zeiten als Ort der Heilung für Körper und Seele galt, sollten Kranke erst nach Rücksprache mit ihrem Arzt in die Suna gehen. Löyly-Grundbegriff Luftfeuchtigkeit Die in der Sauna herrschende Luftfeuchtigkeit hängt von der in der Saunaluft enthaltenen Wassermenge ab. Absolute Luftfeuchtigkeit Als absolute Luftfeuchtigkeit wird die in der Luft enthaltene, in Gramm pro Kubikmeter (g/m³) messbare Wasserdampfmenge bezeichnet. Relative Luftfeuchtigkeit Relative Luftfeuchtigkeit ist die in der Raumluft enthaltene Menge an Wasserdampf im Verhältnis zur Menge, die die gleiche Luft bei gleicher Temperatur und voller Sättigung enthalten könnte. Die relative Feuchtigkeit wird in Prozent angegeben. Der angenehmste Feuchtigkeitsbereich bei einer Temperatur zwischen 80 und 100 °C liegt zwischen 7 und 25 Prozent. Gewicht der Luft Ein Kubikmeter trockene Luft wiegt 1,293 kg. Feuchte Luft ist etwas schwerer als vollkommen trockene, weil der sich in der Luft befindende Wasserdampf schwerer ist als Stickstoffgas. Sauerstoffgehalt der Luft Das Gasgemisch der uns umgebenden Luft enthält etwa 21% Sauerstoff (O ).Während des Atemvorgangs entnimmt der Mensch diesem Gasgemisch etwa ein Drittel seines Sauerstoffgehalts, d.h. der Sauerstoffgehalt der ausgeatmeten Luft liegt noch bei rund 14%. Atemschwierigkeiten für den Menschen entstehen allerdings nicht so sehr durch niedrigen Sauerstoffgehalt, sondern durch zu hohen Kohlendioxidgehalt (CO ) der Luft. Rauchrückstände Unter Rauchrückständen versteht man den nach dem Heizen in der Sauna zurückbleibenden, unangenehm bitteren und oft stark riechenden, mit Holzrauch gemischten Brandgeruch. Dieser Rauchrückstand reizt Augen und Atmungsorgane und tritt eigentlich nur in der Rauchsauna auf. Der Einsatz der geschlossenen Öfen und schließlich der elektrischen Saunaöfen boten die Möglichkeit, die Sauna nach altem Vorbild in die Wohnhäuser und Gärten einzubauen. Bei der Planung einer eigenen Anlage sollte man besonnen und gut überlegt vorgehen und sich von erfahrenen Saunabesuchern – besser noch von Saunabesitzern, die eine solche Anlage ihr Eigen nennen, wie man sie selbst besitzen möchte – beraten lassen. Man sollte bei der Planung unbedingt folgende Voraussetzungen klären, bevor mit der Bau- und Raumplanung begonnen wird:
Der Standort im Garten oder als Anbau am Haus Ein ruhiger Standort sollte hier gefunden werden, der „Zaungästen“ den Einblick verwehrt. Sie möchten ein Saunabad nehmen, entspannen und sich dabei frei bewegen können – ohne ständig gestört zu werden oder Rücksicht nehmen zu müssen, um wiederum andere nicht zu stören. Wasser- und Stromanschluss und Abwasserentsorgung müssen vorhanden bzw. günstig heranzuführen sein. Auch hier sollte geprüft werden, ob vorhandene Sanitäranlagen (WC, Bäder) genutzt werden können. Eine evtl. Lage am Wasser bzw. Swimmingpool wäre natürlich ideal. Ebenfalls zu bedenken: Es ist nicht immer schönes Wetter; also die Zugänglichkeit und den Aufenthalt bei Regen- oder kaltem Winterwetter bedenken (z. B. Überdachung, Windschutz o.ä.). Freistehende Bauwerke im Garten oder als Anbauten an vorhandene Gebäude Der Handel bietet unterschiedliche Formen, Ausführungen und Größen von Blockhäusern an.
Wer handwerkliches Geschick mitbringt und es versteht, mit Holz umzugehen, kann sich aus gut gelagerten geschälten Fichtenstämmen selbst eine Blockhütte bauen. Je rustikaler diese Hütte ist, um so näher kommt sie der Urform der finnischen Sauna. Wer dem Gedanken näher tritt, sich eine Blockhütte aufzustellen und einen Teil des Grundstücks als Sauna einzurichten, sollte auch den Schritt wagen, sich einen Feuerungsofen, der beide Nutzungsvarianten bietet, aufzustellen.
Natürlich ist die Beheizung mit einem handelsüblichen elektrischen Saunaofen einfacher und unkomplizierter. Im Blockhaus oder im angrenzenden Freiraum muss selbstverständlich auch an Vorreinigung und Abkühlung gedacht werden, außerdem ist nicht immer Hochsommer, und es sollte zur Reinigung und zum Fußwärmen warmes Wasser zur Verfügung stehen (Elektroboiler, Durchlauferhitzer). Öfen für fortlaufende Beheizung Zu dieser Gruppe gehören alle Öfen, die ihre Wärme stetig und direkt an die Luft der Saunakabine abgeben. Der Ofen ist von kleinerer Bauart, und die Steinlage ist ebenfalls kleiner als bei Öfen mit unterbrochener Heizung. Die Steine haben nicht die Aufgabe der Wärmespeicherung, sondern dienen dem Wasseraufguss. Diese Öfen können mit beliebiger Art von Energie betrieben werden. Der bei weitem bekannteste Ofen aus dieser Gruppe ist der Elektroofen. Öfen für zeitweilig unterbrochene Heizung Zu dieser Gruppe gehören alle Öfen, bei denen die Steine durch Holz-Feuer vor dem Saunabad bis zur Rotglut erhitzt werden. Die Steine liegen im geschlossenen Oberteil des Ofens auf einem Rost über der Feuerstelle. Der Rauch zieht durch sie hindurch in den Schornstein ab. Die Menge der Steine ist größer als bei den Öfen für fortlaufende Heizung, da hier die Steine die Wärmespeicherung übernehmen. Vor dem Badebeginn lässt man das Feuer ausgehen und schließt die Klappe zum Schornstein, damit kein Wärmeverlust entsteht. Die Dampfklappe im Oberteil des Ofens wird geöffnet. Die Steine können so die gespeicherte Wärme langsam an die Saunaraumluft abgeben. Dabei entsteht eine langsame Luftumwälzung, die sich wohltuend auf das Saunaklima auswirkt. Ofensteine Die für den Saunaofen zur Anwendung kommenden Steine müssen hitzefest bis ca. 900°C (rotglühend) sein, müssen starke Temperaturwechsel aushalten, müssen gute Wärmespeicher sein, dürfen keine Risse und Gefügeunregelmäßigkeiten haben und beim Erhitzen keine Gase abgeben. Aus diesem Grunde sind alle aus Silikatmineralien aufgebauten Steine mit annähernd runder Form als geeignet anzusehen, z. B. Granite, Gneise, Diorite, Basalte und Quarzite. Ungeeignet sind alle Kunst-, Sand- und Kalksteine, ferner alle Steine mit Gehalt an Bitumen und Sulfiden, weil sie rauchbildend und geruchsbelästigend wirken. Die sogenannte Hitzeprobe kann die Eignung für den Saunabetrieb entscheiden. Die Steine sind über Feuer stark zu erhitzen und dann in kaltes Wasser zu werfen. Wenn die Steine nicht springen und auch keine Risse zeigen, können sie für den Saunaofen verwendet werden.
30.09.2010, 15:59 von gartenadmin |
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