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Der eigene Schwimmteich
Bei einem herkömmlichen Swimmingpool muss das Wasser durch Aufbereitungsanlagen bzw. Zusätze von Chemikalien behandelt werden, damit sich keine Keime entwickeln können. Das Wasser ist biologisch tot. Ein ungepflegter, sich selbst überlassener Pool verwandelt sich rasch in eine grüne Brühe. Ohne Abtötung des Lebens, in welcher Form auch immer (Chlor, Ozon, ultraviolette Strahlung etc.), kommt es zum befürchteten Fiasko. Durch das Fehlen der natürlichen Gegenspieler vermehren sich einige wenige Arten massenhaft, die mitunter auch die Gesundheit gefährden können. Bei der Wasserreinhaltung eines Schwimmteiches vertraut man auf die natürlichen Kreisläufe im künstlich angelegten Ökosystem Teich. Ein Schwimmteich besteht immer aus zwei Zonen: einem Schwimmbereich und einem mindestens ebenso großen Regenerationsbereich mit Pflanzen. Die Pflanzen entziehen dem Wasser Stickstoff, Phosphor und andere Nährstoffe. Mikroorganismen, die sich als glitschiger Belag über Steine oder Holz legen (Biofilm), sind neben Plankton (freischwebende Organismen) die Hauptakteure der Wasserreinigung. Beide Teile – Schwimmzone und Regenerationszone – bilden einen gemeinsamen Wasserkörper. Durch die bauliche Trennung der beiden Zonen wird der sensible, bepflanzte Regenerationsbereich vor Tritten und anderen Störungen geschützt. Han man noch vor etwa 20 Jahren zwischen einigen wenigen Bauvarianten wählen können, gibt es mittlerweile ein breites Angebot. Die Systeme unterscheiden sich nicht nur durch abweichende technische Lösungen, sondern auch in Gestalt und Form. Letztlich ist jedoch jeder Schwimmteich ein Unikat, der als neues Zentrum im Naturgarten eine faszinierende Anziehungskraft auf seine gesamte Umgebung ausübt. Schwimmteichbau Der Unterschied zwischen einem Gartenteich und einem Schwimmteich besteht darin, dass letztere wesentlich tiefer sind und mehr Wasserkubatur haben und dass ein unbepflanzter Schwimmbereich ausgebildet ist. Die biologischen Abläufe betreffend der Selbstreinigung des Wassers sind weitgehend dieselben. Checkliste:
Unabhängig von der Schwimmteichbauweise können als Unterstützung der vollbiologischen Reinigung auch technische Hilfen eingebaut werden. Sie helfen ebenfalls mit das verunreinigte Badewasser zu klären. Am häufigsten kommen im Schwimmteich Skimmer zum Einsatz. Das Prinzip ist einfach und vom Pool- und Schwimmbadbau bekannt: mit einer Pumpe wird ein Sog erzeugt, der oberflächlich Wasser über eine Skimmerkante ansaugt. Auf dem Wasser treibende Blätter, Algenwatten oder andere Verunreinigungen wie Pollenstaub werden abgefiltert. Die Rückstände sind regelmäßig händisch (z. B. über den eingebaubten Gitterkorb) zu entfernen. Ein Skimmer sollte immer gegen die Hauptwindrichtung eingebaut werden, damit er seine volle Leistung entfalten kann. Passende Pumpe Die Pumpe muss auf die verwendete Skimmertype abgestimmt sein. Nassläufer (Tauchmotorpumpen) dürfen im Teich nur mit 12 oder 24 Volt Niederspannung betrieben werden. Sie sind in der Regel leistungsschwächer und es besteht die Gefahr der Überhitzung, wenn sie trockenlaufen. Besser sind trocken aufgestellte Kreiselpumpen, die in einem externen Pumpenschacht, etwa unter dem Steg außerhalb des Teiches, versteckt werden können. Sie arbeiten meist schon sehr geräuscharm und haben einen Überhitzungsschutz eingebaut. Einen Fehlstromschutzschalter sollte man in jedem Fall von einem Fachmann mit einplanen lassen. Die meisten Pumpen müssen frostfrei überwintert werden, es gibt aber auch schon Modelle, die frostbeständig sind. Filter Als zusätzliche physikalische Reinigungshilfen können auch Filterelemente z. B. in den Schotterkörper des Regenerationsbereiches eingebaut werden. Die Elemente bestehen aus einem Filterkörper, der je nach Bauart mit Filtergranulaten, Spezialkies, Zeolith (ein Mineral), Bimsstein, Lava oder einem anderen, stark absorbierenden Material gefüllt ist. Durch Ansaugrohre wird der Filter durchströmt, dabei setzen sich mittlere und kleine Verunreinigungen ab. Vor allem aber haben Tonminerale die Fähigkeit, die frei verfügbaren Nährstoffe im Wasser zu binden und damit einer Überdüngung und vermehrtem Algenwachstum entgegenzuwirken. Messen und Graben Nach oben hin gibt es bei den Ausmaßen von Schwimmteichen keine Beschränkung, außer natürlich aus Platzgründen oder finanziellen Grenzen. Die oft gestellte Frage nach der Mindestgröße eines Schwimmteiches lässt sich nicht einfach beantworten, da diese natürlich auch von der mehr oder weniger intensiven Nutzung abhängt. Baden stellt für jeden Schwimmteich eine Belastung dar. Anlagen mit einer großzügig gebauten Regenerationszone sind schwieriger aus dem Gleichgewicht zu bringen als kleine. Die meisten Schwimmteiche werden mit einer Standardtiefe von 2 m bis 3 m gebaut. Bei zu seichten Anlagen (unter 1,8 m) besteht die Gefahr, dass beim Schwimmen der am Boden abgesetzte Schlamm ständig aufgewirbelt wird. Für Kinder können kleine Stehbereiche (z. B. Unterwasserholzdecks, aufgeschüttete Schotterflächen) eingeplant werden. Modellieren der Teichgrube Nach den Aushubarbeiten kann mit der Feinplanie und Ausgestaltung der einzelnen Zonen begonnen werden. Mit einem Spaten lassen sich Uferkanten gut nachstechen und abflachen. Sind Wühlmäuse schon öfters im Garten auf Besuch gewesen, kann vorsorglich ein engmaschiges Gitter aus verzinktem Eisen eingelegt werden. Mit Rechen, Schaufel und Schubkarre sind alle groben Unebenheiten und spitzen Gegenstände wie kantige Steine, Reste von Bauschutt oder Scherben einfach zu beseitigen. Ausmessen der Teichplane Bei maßgefertigten Planen muss nach der Feinplanie das Teichprofil zur Ermittlung der Planengröße vermessen werden. Dafür wird ein 30 m langes Maßband locker durch die Teichmulde gelegt und diese mit einem Übermaß von 30 cm an beiden Enden alle 1,3 m (Bahnenbreite) nach beiden Seiten vermessen. Fundamente für den Steg Aus Betonschalsteinen können Fundamente für die Auflagehölzer des künftigen Steges wunderbar gemauert werden. Die Fundamentoberkante sollte nicht mehr als 2 bis 3 cm über dem endgültigen Wasserstand liegen. Verlegen von Vlies und Plane Um die Teichplane vor Beschädigungen durch den Untergrund zu schützen, muss man, bevor diese verlegt wird, eine Vlies-Schicht in der Teichmulde ausbringen. Die Bahnen sind schnell (mit etwa 30 cm Überlappung) ausgerollt und verlegt und lassen sich leicht mit einem Cutter oder scharfen Messer schneiden. Ist die Plane fertig verlegt, so kann mit den Begleitarbeiten wie dem Bau des Steges begonnen werden. Folienreste lassen sich gut als Schutz gegen das Aufgehen von Beikräutern unter dem Steg verwenden. Die Plane selbst wird mit verzinkten Eisenwinkeln und Kantholz auf das Fundament des Steges geschraubt.
Einbringen von Schotter Als grobe Struktur in der Regenerationszone hat sich Schotter der Körnung 16/32 mm bewährt. Sind Skimmer, Wasserläufe oder ähnliches geplant, müssen die Zu- und Ableitungen (am besten knicksichere Schläuche) jetzt verlegt werden. Die Stärke der gesamten Schotterschicht inklusive des abgedeckten Pflanzsubstrates sollte nicht viel mehr als 30 cm betragen, denn sukzessive Verschlammung tieferer Schotterbereiche schafft sauerstoffarme, für die Wasserqualität nachteilige Bereiche. Nach dem vorsichtigen Verteilen des Schotters mit Schubkarre, Schaufel und Rechen zieht man die Folie über die Kapillarsperre und schneidet sie mit etwa 40 cm Überstand mit einem Cutter oder scharfen Messer provisorisch ab. Befüllung Fast immer wird der Schwimmteich mit dem Wasser befüllt, das vorhanden ist, unabhängig von seiner Qualitä. Um sicher zu gehen, sollte man in problematischen Gegenden eine Wasseruntersuchung vornehmen lassen bzw. bei Leitungswasser Auskünfte über das örtliche Wasserwerk einholen. Die Befüllung muss so durchgeführt werden, dass durch das einfließende Wasser auf keinen Fall Pflanzsubstrat aufgewirbelt wird. Am besten legt man ein Stück Plastikfolie in den Teich und fixiert darauf den Wasserschlauch mit Steinen. Nach einigen Tagen besetzt man den Teich noch mit einem Kübel Wasser aus einem bestehenden Teich (ohne Fische), zusätzlich soll noch Zooplankton eingebracht werden. Dieses filtriert das Wasser und hält es klar. Teichumgebung gestalten Durch Bauarbeiten schwer verdichteter Boden muss wieder tiefgründig gelockert werden. Das Einbringen von feinkrümeliger Erde oder Kompost erleichtert das Ebnen und Vorbereiten der Beete oder Wiesenflächen am Teichrand ungemein. Die Folienränder können bei Erreichen der endgültigen Wasserstandsmarke mit etwa 5 cm Überstand, gemessen von der Kapillarsperre, abgeschnitten, darüber gezogen und durch Schotter abgedeckt werden. Einstieg Über Stiegen und Leitern – letztere sollten schräg montiert werden –etwa in einem Winkel von 75°, damit man sie ohne Mühe benützen kann – ist der Schwimmteich gut zu betreten. Die Auftrittflächen sollen mindestens 12 cm breit sein und müssen rutschhemmende Oberflächen haben – entweder geriffeltes Holz oder Kunststoff- bzw. Metallflächen, deren Oberfläche geeignet ist. Am Teichgrund kann man diese Einbauten in Beton eingießen, damit sie stabil verankert sind – an Holzdecks muss die Befestigung ebenfalls sehr stabil montiert sein. Bei Stiegen sollte zumindest auf einer Seite ein Handlauf montiert werden. Beleuchtung Durch Beleuchtungen über und unter Wasser können sehr schöne Effekte erzielt werden – man geht auch lieber bei Dunkelheit baden, wenn der Schwimmbereich beleuchtet ist. Es gibt spezielle und hochwertige Scheinwerfer mit Leistungen von 50–300 Watt, ausgeführt in Kunststoff oder in Bronze gegossen. Die Scheinwerfer werden so eingebaut, dass sie bei Bedarf zum Wechseln der Glühlampe über den Wasserspiegel angehoben werden können. Es genügt, wenn man sie mit Steinen beschwert oder mit etwas Beton fixiert. Für Betonbecken kann man Scheinwerfer aus dem Poolbereich verwenden – diese können allerdings nur bis in eine Wassertiefe von 70 cm eingebaut werden. Die Trafos werden außerhalb des Teiches z.B. in einen eigenen kleinen Schacht eingebaut. Erdwall, Steinmauer, Hecke und Wiese bilden einen willkommenen Rückzugsort für viele Amphibien oder für die harmlose Ringelnatter. Erst die Vernetzung und Durchmischung der einzelnen Gartenbereiche schafft jene Vielfalt, die auch dem Biotop Schwimmteich zugutekommt.
30.09.2010, 15:58 von gartenadmin |
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