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Garten-Lexikon

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23.09.2010, 20:23 von familien-garten
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Der Küchengarten

Den eigenen Garten gestalten und pflegen ist heute für viele Menschen eine wohltuende Freizeitgestaltung. Liefert sie auch noch sichtbare Erfolge für die Küche, umso besser! Am meisten Spaß bringt Ihnen das Gartenvergnügen, wenn Sie planvoll vorgehen und sich vorab überlegen, welche Kräuter-, Obst- oder Gemüsearten am besten zu Ihren Vorlieben und Ansprüchen passen.

Gehen Sie planvoll vor

Bevor der neue Küchengarten entsteht, will alles gut durchdacht sein. Nehmen Sie sich in den Wintermonaten Zeit, den richtigen Standort in Ihrem Garten zu finden, Sorten und Arten auszuwählen und die Anbaureihenfolge zu planen.

  • Beginnen Sie mit wenigen Beeten mit Ihren Lieblingsgemüsen und –kräutern, bevor Sie des Guten zu viel tun und der Garten nach kurzer Zeit nur mehr eine Last ist statt eine Lust!
  • Achten Sie darauf, dass Gemüse- und Kräuterbeete nahe beim Haus liegen, damit Sie nicht für jeden einzelnen Salatkopf den Garten durchqueren müssen.
  • Auch die Wege zum Kompost, zum Wasseranschluss oder zur Regenwassertonne sollten möglichst kurz sein.
  • Wählen Sie für Kräuter- und Gemüsebeete einen möglichst sonnigen und geschützten Standort.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass die Gemüsebeete nicht im Schatten von großen (oder größer werdenden) Bäumen und Sträuchern liegen.
  • In der Hauptwindrichtung oder zur Straßenseite hin kann eine nicht zu hohe Hecke (z. B. Beerensträucher) als wirkungsvoller Schutz vor kalten Winden und Schadstoffen fungieren.
  • Bepflanzen Sie die Beete nach dem Prinzip der Mischkultur und wählen Sie eine sinnvolle Fruchtfolge, damit schalten Sie viele Schädlinge und Pilzkrankheiten von vornherein aus.
  • Kompostbereitung ist vielleicht nicht auf Anhieb jedermanns Sache. Führen Sie sich aber einmal vor Augen, dass Sie damit sowohl wertvollen Dünger zum Nulltarif bekommen als auch eine Menge organisches Abfallmaterial sinnvoll und praktisch entsorgen.
  • Wenn Sie den Küchengarten neu anlegen, säen Sie vorher Gründüngung aus.
  • Selbst wenn Sie nur auf dem Balkon gärtnern, können Sie Ihren Spaß an selbst gezogenem Gemüse und Kräutern haben. Salate, Radieschen und Mangold, Tomaten, Zucchini, Kürbis und Stangenbohnen lassen sich in Kästen, Töpfen oder Kübeln kultivieren, und Kräuter wachsen in Hängeampeln, Töpfen und Balkonkästen.

Das Gemüsesortiment ist nahezu riesig, und wenn Sie erst mal mit nur wenigen Beeten beginnen möchten, sind Sie anfangs vielleicht ratlos, wenn es ums Auswählen geht. Verschaffen Sie sich also zuerst einmal einen Überblick!

  • Wollen Sie schnell erste Erfolge erzielen, wählen Sie Sommersalate oder unproblematische Schnellwachser wie Radieschen und Gartenkresse. Sie haben eine kurze Kulturzeit und sind relativ anspruchslos.
  • Steht Ihnen auch im Winter der Sinn nach Frische aus dem Garten, bauen Sie Herbst- und Wintersalate an, die sich überwintern und dann schon sehr früh im Jahr bereits wieder ernten lassen.
  • Haben Sie genug gärtnerische Ausdauer für Kulturen mit längeren Kulturzeiten und etwas höherem Pflegeaufwand, dann kultivieren Sie Wurzel-, Knollen-, Zwiebel- und Lagergemüse.
  • Wollen Sie gut ausgereiftes mediterranes Gemüse und Fruchtgemüse ernten, brauchen Sie einen besonders warmen und sonnigen Platz, oder Sie helfen mit Folie, Vlies oder im Kleingewächshaus nach.

Fruchtfolge und Fruchtwechsel

Der aufeinander folgende Anbau verschiedener Gemüsearten auf einem Beet über einen längeren Zeitraum hinweg wird als Fruchtfolge bezeichnet. Dabei sollten Sie wissen, dass einige Gemüsearten dem Boden viel Nährstoffe entziehen (Starkzehrer), andere dagegen nur ganz wenige (Schwachzehrer). Mit einer gut geplanten Bepflanzung können Sie dann einen entsprechenden Ausgleich auf dem Beet schaffen. So gehören z. B. die meisten Kräuter zu den Mittel- oder Schwachzehrern und eignen sich zum Nachbau nach stark nährstoffbedürftigen Gemüsen. Sie können sich auch gut die Beete mit richtigen „Nährstoff-Fressern“ teilen. So ergänzen sich z. B. genügsamer Dill und stark zehrender Grünkohl hervorragend auf ein und demselben Beet.

Legen Sie einen Pflanzplan für Ihr Beet bzw. Ihren Garten an und schreiben Sie genau auf, was Sie wo gepflanzt haben. Dann können Sie im nächsten Jahr die Fruchtfolge ganz genau festlegen. Wo im letzten Jahr „nährstoffhungriger“ Rosenkohl stand, kommen dieses Jahr schwachzehrende Erbsen und Feldsalat hin und umgekehrt. Der Winter ist die beste Zeit, den Anbauplan fürs neue Jahr zu erstellen. Legen Sie fest, welche Gemüse- und Kräuterarten und –sorten Sie kultivieren wollen und auf welchen Beeten die Pflanzen in welcher zeitlichen Abfolge angebaut werden.

Aber nicht nur der Nährstoffentzug ist entscheidend für die Anbauplanung im Laufe der Jahre. So wie bei der Mischkultur bestimmte Pflanzenarten nebeneinander nicht gut wachsen, so reagieren manche Pflanzen mit Wuchsdepressionen und deutlichen Ertragsrückgängen, wenn sie im folgenden Jahr oder nur wenige Jahre später wieder auf demselben Beet angebaut werden. Wahrscheinlich wird diese Unverträglichkeit von verschiedenen Faktoren ausgelöst, wie Krankheiten, Schädlingen, Pflanzenrückständen im Boden, Wurzelausscheidungen und anderen Stoffwechselprodukten.

Viele Gemüsearten sind sich selbst nicht „grün“, d. h. sie reagieren besonders allergisch auf einen Nachbau mit sich selbst oder mit verwandten Arten. So sollte z. B. Brokkoli im Folgejahr nicht wieder auf demselben Beet angepflanzt werden und auch keine verwandten Kohlarten wie Kohlrabi oder Chinakohl. Eine Anbaupause von mindestens 3–4 Jahren an derselben Stelle wäre sinnvoll. Säen Sie in der Zwischenzeit auch mal Ringel- oder Studentenblumen auf den Gemüsebeeten an, dann helfen Sie dem Boden noch besser, sich von einer bestimmten Kultur wieder zu erholen.

Was wächst wie lange?

Gemüsearten, die das Beet am längsten beanspruchen, werden als „Hauptfrucht“ bezeichnet. „Vorfrüchte“ werden im Frühjahr vor der Hauptkultur angebaut, „Nachfrüchte“ noch im Spätsommer oder Herbst, wenn die Hauptkultur bereits abgeerntet ist. „Zwischenfrüchte“ stehen zusammen mit der Hauptkultur auf dem Beet, sie können zu Anfang der Kultur die noch vorhandenen Lücken füllen, weil sie eine relativ kurze Kulturzeit haben.

  • Vorfrucht

Erbsen, Kohlrabi, Kopfsalat, Radischen, Rettich, Spinat.

  • Hauptfrucht

Blumenkohl, Bohnen, Gurken, Kürbis, Lauch, Möhren, Paprika, Rote Bete, Sellerie, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln.

  • Nachfrucht

Buschbohnen, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rote Bete, Spinat.

  • Zwischenfrucht

Feldsalat, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Rettich, Schnittsalat, Spinat.

Nicht alle Gemüse- und Kräuterkulturen vertragen frische Kompostgaben, manche sind sogar regelrecht empfindlich dagegen. Ein Anbau als Nachfrucht löst auch dieses Problem zufrieden stellend.

Blatt- und Salatgemüse

Hierzu zählen üppige Gemüse wie Winterkohl in Rot und Pflaume, knackige asiatische Kohlsorten und der feinkrausige Grünkohl. In dieser Gruppe findet man die Zutaten für vitaminreiche Sommersalate: Römersalat, fransige Endivie und pfefferige Rauke sowie ein ganzes Heer von anderen grünen Genüssen wie Brunnenkresse und Mizuna.

Blüten und Früchte

Warme Orange-, Gelb- und Rottöne charakterisieren die schönsten Mitglieder dieser Gruppe: Riesenkürbis und Squash. Wie Zucchini, Gartenkürbis und Gurke zählen sie zu den aus Süd- und Mittelamerika stammenden Kürbisgewächsen. Tomaten und Zuckermais gehören ebenso in diese Gruppe wie die atemberaubendsten Gemüse: die Artischocke und die Kardone mit ihren silbergrauen Fontänen aus ziselierten Blättern.

Hülsenfrüchte

Erbsen und Bohnen sind ein doppelter Segen: Man kann entweder die Samen oder die Schoten essen, je nachdem, wann man sie erntet. Diese Gruppe ist nicht groß, aber wichtig. Außerdem sind die Klettersorten sehr dekorativ.

Stiele, Knollen, Zwiebeln, Wurzeln

Diese Gemüse sind nicht unbedingt schön, liefern aber wichtige Nahrungsmittel: Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln und Möhren. Auch der Feinschmecker kommt auf seine Kosten, denn der Spargel gehört ebenfalls dazu. Porree und Möhren kann man wunderbar in Mischkultur mit Blumen ziehen.

Kräuter

Im Kräuterbeet findet man einjährige Kräuter, die man jedes Jahr neu aussät, und mehrjährige, an denen man lange Freude hat.

In der Natur gibt es keine Monokulturen einer einzigen Pflanzenart, und dieses Prinzip hat sich der biologische Pflanzenanbau abgeschaut und zunutzen gemacht. In einer artenreichen, vielseitigen Pflanzengemeinschaft begünstigen sich verschiedene Arten gegenseitig im Hinblick auf Wachstum und Gesundheit und schlagen sogar noch die Schädlinge der Nachbarpflanze in die Flucht.

Mischkultur

Bei der Mischkultur werden daher unterschiedliche Gemüse und Kräuter nebeneinander auf einem Beet oder miteinander in einer Reihe angebaut. Viele dieser günstigen Partner vertreiben durch ihren arteigenen Geruch spezifische Feinde des Nachbarn.

Mit günstigen Mischkultur-Kombinationen, die wechselseitig verschiedene Schädlinge vertreiben, gelingt es Ihnen außerdem ganz leicht, den vorhandenen Platz auf den Beeten nahezu optimal auszunutzen. Vor allem, wenn Sie nur einen kleinen Garten Ihr Eigen nennen, werden Sie diesen Aspekt sehr schnell schätzen.

  • So beanspruchen z. B. schmale Lauchpflanzen nur wenig Platz in der Breite, weshalb sie gut zwischen die auslandenden Sträucher der Tomate gesetzt werden können.
  • Auch schnell und langsam wachsende Gemüsearten ergänzen sich hervorragend. Während die schnellere Kultur heranwächst, braucht die langsamere noch nicht viel Standraum. Ist dies dann nach einigen Wochen doch der Fall, ist die andere Gemüseart schon geerntet. Kombinieren Sie z. B. frühe Blumenkohlsorten, die eine relativ kurze Vegetationszeit haben, mit langsam wachsendem Sellerie, dann haben Sie eine ideale Kombination.

Das „Pflanzliche Miteinander“

Die Mischung verschiedener Gemüse- und Kräuterarten auf einem Beet ist auch optisch durchaus reizvoll.

  • Breitblättrige Arten wachsen neben schmallaubigen, aufrechte Gestalten neben niedrigen und breiten.
  • Auch unterschiedliche Wuchseigenschaften – flach oder tief wurzelnd, stark oder schwach zehrend – bilden ein harmonisches Miteinander und beeinflussen sich gegenseitig günstig.
  • Selbst Wurzelausscheidungen oder ätherische Öle spielen eine Rolle im pflanzlichen Miteinander. So kann jede Einzelpflanze die für sie geeignete „Nische“ finden.

Auch Kräuter- und Gemüsegärten können so unterschiedlich gestaltet sein, wie die persönlichen Vorlieben der jeweiligen Gartenbesitzer. Was entspricht Ihrem Geschmack: Klare Formen, mediterranes Ambiente oder ungewöhnliche Pflanzideen?

Der klassische Küchengarten

Formale Gestaltungsideen passen aufgrund ihrer klaren Struktur gut in kleinere oder intensiv genutzte Gärten, da hier eine Raumaufteilung besonders wichtig ist. Eine klassische Gestaltungsvariante, auf die immer wieder gerade beim Nutzgarten gerne zurückgegriffen wird, ist die Anordnung von Kräuter- und Gemüsebeeten nach dem Vorbild eines Bauerngartens.

  • Das ist einerseits förderlich für die Pflanzengesundheit, andererseits auch attraktiv.
  • Gewürz- und Teekräuter fühlen sich auf einem eigenen, buchsumrandeten Beet wohl.
  • Ein Zaun aus Holz oder Weidenruten oder Metallstaketen sollte das ganze Ensemble stilecht einfassen. Pflanzen Sie hierhin Beerenhochstämmchen oder ein Apfelspalier. Ein solcher Garten wirkt in erster Linie durch deutlich voneinander abgegrenzte Flächen und Räume, durch eine klare Wegeführung und nostalgische Accessoires wie Buchshecken, Rosenhochstämmchen, Gartenkugeln u.ä.

Garten mediterranée

Wenn Sie einen ganz bestimmten Gartentraum haben, eine spezielle Stimmung, die Sie mit dem Aufenthalt in Ihrem Garten verbinden oder verstärken möchten, dann können Sie auch das mit der entsprechenden Gestaltung Ihres Kräuter-, Obst- und Gemüsegartens erreichen. Voll im Trend liegt z. B. ein „Garten mediterranée“, der sich in klimatisch etwas milderen Gegenden oder einzelnen geschützten Gartenbereichen verwirklichen lässt.

  • Schaffen Sie sich mit aromatisch duftenden Kräutern, südländischen Gemüsearten und bepflanzten Terrakottagefäßen Ihr eigenes mediterranes Ambiente.
  • Vielleicht haben Sie auch Platz, sich einen lauschigen Sitzplatz in einer Weinlaube einzurichten?

Der mobile Küchengarten

Mit Obst, Gemüse und Kräutern in Töpfen, Kästen und Kübeln, Ampeln und Hanging Baskets sind Sie gestalterisch außerordentlich flexibel – nicht nur auf Balkon und Terrasse. Besonders Wärme liebende Gemüse und Kräuter sind meistens mit einem geschützten Terrassenplatz im Topf zufriedener als mit einer kühlen Ecke im Garten, weshalb sich oft gerade auf „Balkonien“ eine mediterrane Gestaltung anbietet.

  • Pflanzgefäße eignen sich auch für nicht winterharte, mehrjährige Kräuter. Sie können im Topf den ganzen Sommer über im Beet stehen und dann mühelos im Haus überwintert werden.
  • Nutzen Sie außerdem kleine Obstbäume und Beerensträucher im Kübel als wandelbare Gestaltungsressourcen, um Balkone und Terrassen zu verschönern.

Den praktischen Aspekt nicht vergessen!

Vergessen Sie bei aller Begeisterung für besondere Gestaltungsideen nicht, auch die praktischen Aspekte im Blick zu behalten. Gerade im Küchengarten, in dem beständig gepflanzt, gegossen, gehackt, gepflegt und geerntet wird, sollen diese Arbeiten auch möglichst einfach und zeitsparend ausgeführt werden können.

Die Möglichkeiten für frisch gebackene Gärtner richten sich nach dem vorhandenen Platz. Zwar kann man Gemüse auf dem Balkon ziehen, man erwartet aber kaum, dort ein Spargelbeet anlegen zu können. Hat man nur eine Fensterbank, wird man vielleicht der größte Experte für Basilikum und Rauke, eine anständige Möhre zieht man dort aber kaum. Den richtigen Ort für die richtige Pflanze zu finden, ist das große Geheimnis. Das gilt für Obst und Gemüse wie für Blumen. Manche Gemüse wachsen im Halbschatten, andere verlangen Sonne. Manche wollen viel Dünger und Wasser, andere leben fast nur von Luft. Bei der Planung sollte man sowohl die Bedürfnisse der Pflanzen als auch die eigenen im Auge behalten.

28.10.2010, 08:26 von gartenadmin | 900 Aufrufe

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