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Der Heckenschnitt
Bäume und Sträucher werden gewöhnlich nicht stark beschnitten, weil man ihre natürliche Wuchsform bevorzugt. Einige jedoch können in eine bestimmte Form geschnitten werden, was regelmäßigen Schnitt erfordert. Am häufigsten ist dies bei Hecken der Fall. Für eine Hecke werden die Pflanzen in einer Reihe gesetzt und regelmäßig so geschnitten, dass sich eine mehr oder weniger dichte Wand ergibt. Doch es gibt auch Hecken mit natürlicherer Wuchsform. Auch beim Formschnitt kommt diese Schnitttechnik zum Einsatz. Dabei schneidet man eine Pflanze so, dass sie eine bestimmte vorgegebene Form erreicht. Mitunter werden beide Techniken kombiniert und man schafft Hecken, die von einzelnen Formschnittpflanzen unterbrochen werden. Heckenscheren Mit scharfen Klingen, bissigen Sägen und kräftigen Astscheren geht der Schnitt leicht von der Hand. Dank Teleskopwerkzeug erreichen Sie auf festem Boden jeden Zweig in der Höhe. Akkugeräte schonen die Kräfte und machen den Heckenschnitt zum Vergnügen. Für jeden Schnitt gibt es also das richtige Werkzeug – das Angebot ist groß. Manuelle Heckenscheren Für niedrige und nur einige Meter lange Heckenwälle sind Hand-Heckenscheren optimal. Für alle, die stark wachsende Heckengehölze wie Feldahorn oder Weißdorn nur einmal oder spät schneiden wollen, leisten Profischeren gute Dienste. Doch das Angebot an Hand-Heckenscheren beinhaltet eine enorme Bandbreite an Modellen. Neben dem Gewicht, der Güte des Stahls und technischen Raffinessen ist auch die Form der Klingen ein Unterscheidungskriterium. Anstatt gezähnter Klingen sorgen bei vielen Modellen Klingen mit Wellenschliff dafür, dass auch kräftige Äste nicht zum Problem werden. Bei anderen Geräten reduzieren ausgeklügelte Hebel- oder Getriebemechanismen den notwendigen Kraftaufwand erheblich. So bietet die manuelle Getriebe-Heckenschere durch ihren einzigartigen Mechanismus die 3,5-fache Schneidleistung gegenüber einfacher Hebelübersetzung. Ausziehbare Griffe machen das Trimmen auch von schwer zugänglichen Heckenpartien möglich. Je länger die Griffe, desto wichtiger ist allerdings, dass es leichte Alurohre sind. Leichtgewichte unter den Scheren sind kräftige Geräte mit Klingen aus Stahl und Armen aus glasfaserverstärktem Poyamid. Sie bringen lediglich knapp über 600 g auf die Waage. Elektroscheren für leichtes Arbeiten Um viele Meter lange Hecken zu schneiden, greift man besser zu elektrischen Heckenscheren. Wichtige Kriterien für die Wahl des Geräts ist in erster Linie die Leistungsstärke des Motors, optimal sind 400 bis 500 W. Achten Sie auf die Messer! Diese sollten gehärtet, vibrationsarm und gegenläufig sein. Hochwertige Scheren verfügen über lasergeschnittene Messer mit Spezialschliff. Gegenläufig arbeitende Messer sorgen für einen ruhigen, vibrationsarmen Lauf. Ein Zackenschliff hält die Äste fest. Die Messerlänge für Hecken sollte etwa 23 cm oder länger sein, kürzere Messer eignen sich gut für filigrane Buchsfiguren. Aber auch das Gewicht sollte unbedingt beachtet werden. Es gibt Geräte, die bei möglichst großer Messerlänge nur wenige Kilo auf die Waage bringen. 3,3 kg bei 54 cm Schnittlänge ist ein gutes Verhältnis. Sehr praktisch beim Schneiden ist es, wenn man die Messer abwinkeln und in verschiedenen Positionen fixieren kann. Diese Funktion erspart lästiges Umgreifen oder Verdrehen des Oberkörpers. Ein Antiblockiersystem schützt die Messer und gehört heute zur Basisausstattung jeder hochwertigen Heckenschere. Außerdem sollte die Schere unbedingt einen Sicherheitsanschlag zum Schutz der Messer, des Motors und des Getriebes haben – ein Messerblockiersystem, das innerhalb kürzester Zeit die Messer stoppt, wenn man eine Hand vom Bedienknopf loslässt. Ein Messerköcher sorgt für eine sichere Aufbewahrung im Gartenschuppen. Ganz wichtig und äußerst praktisch für das Arbeiten mit der Elektroschere sind ein langes, komfortables Anschlusskabel und ein kleiner Kabel-Clip, der im Fachhandel angeboten wird. Mit seiner Hilfe können Sie das Kabel am Gürtel fixieren. Das verringert die Stolper- und Unfallgefahr erheblich. Bei nicht allzu langen Heckenwällen ist ein Akkugerät die bequemere Lösung. Damit haben Sie die größte Bewegungsfreiheit und brauchen keinen Stromanschluss. Wie schneidet man eine Hecke? Normalerweise benutzt man eine Heckenschere, die mit Akku, Elektro- oder Benzinmotor betrieben wird. Wenn Sie eine Hecke gerade schneiden wollen, brauchen Sie Hilfe. Meist zieht man Schnüre oder setzt verschiebbare Holzrahmen auf: ein Rahmen an jedem Ende der zu beschneidenden Hecke bzw. in regelmäßigen Abständen, wenn die Hecke sehr lang ist. Diese werden dann mit straff gezogenen Schnüren verbunden. Schneidet man die Hecke ohne Hilfen, wird sie meist von Schnitt zu Schnitt breiter, bis Sie schließlich feststellen, dass sie nun doppelt so breit ist wie geplant. Führen Sie die Heckenschere immer schön parallel zur Hecke und achten Sie darauf, dass die Spitze der Schere nie in die Hecke eindringt, sonst schneiden Sie ein Loch. Wie häufig werden Hecken geschnitten? Das hängt stark von der verwendeten Pflanze ab. Eiben zum Beispiel müssen einmal im Jahr geschnitten werden. Bei schneller wachsenden Pflanzen hingegen muss man alle vier bis sechs Wochen zur Schere greifen. Die günstigste Schnittzeit für die gebräuchlichsten Heckenpflanzen:
Welche Form sollte eine Hecke haben? Hecken schneidet man gewöhnlich oben schmäler als unten, weil sie sonst zu sehr verholzen. Die Heckenkrone ist meist flach, kann aber auch zugespitzt oder gerundet werden. Dies ist vor allem in schneereichen Gegenden empfehlenswert, um Schneebruch zu verhindern. Die Seiten werden gerade geschnitten, obwohl man sie bei langen Hecken auch runden kann. Lockere Hecken, deren ungleichmäßige Form sich häufig aus der Verwendung verschiedener Pflanzen ergibt, passen eher in ländliche Gebiete. Immergrüne Hecken Wenn Sie eine Hecke aus großblättrigen Pflanzen mit einer Heckenschere schneiden, verletzen Sie zwangsläufig viele Blätter, die dann ganz oder teilweise absterben. Daher müssen Sie solche Hecken mit der Gartenschere pflegen. Schneiden Sie die Triebe bis zu einer Blattachsel zurück, dann entwickelt sich bald ein Neuaustrieb, der den Schnitt verdeckt. Lassen Sie keine Stiele stehen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern bietet darüber hinaus Angriffsfläche für Pilze und Keime. Auch Buche und Hainbuche können so geschnitten werden, doch ein Gärtner braucht sehr viel Geduld, wenn er eine lange Hecke mit der Gartenschere pflegen will. Die meisten Gartenbesitzer akzeptieren lieber ein paar braune Blätter. Kleinblättrige immergrüne wie Liguster oder Heckenkirsche werden traditionell von Hand mit der Heckenschere gepflegt. Moderne Heckenscheren sind nicht mehr so schwer und auch die Schnittflächen sind leichtgängig, so dass die Anstrengung nicht mehr so ins Gewicht fällt. Nur wenn die Hecke sehr lang ist, sollten Sie zu strom- oder benzinbetriebenen Heckenscheren greifen. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall Ohrenschützer und Schutzbrille tragen. Immergrüne Koniferen wie Heckenzypresse, Lebensbaum und Scheinzypresse lassen sich gut zu dichten Hecken ziehen, obwohl die Heckenzypresse sich nicht für kleine Gärten eignet. Kappen Sie hierzu die Haupttriebe, wenn sie etwa 20-30 cm länger sind als die gewünschte Heckenhöhe. Dann schneiden Sie etwa 15 cm über der gewünschten Höhe die Krone glatt. So kann die Hecke noch genügend Austrieb entwickeln, um die gekappten Leittriebe zu verdecken. Welche Pflanzen eignen sich am besten für eine formale Laubhecke? Hier sind zu nennen: Buche, Hainbuche und Weißdorn. Aus der Buche wird eine hohe, dicke Hecke mit einer wunderbaren Laubfärbung im Herbst. Viele Gärtner scheuen die 3 m Höhe, die eine Buchenhecke entwickeln kann. Auf jeden Fall muss eine Buche gleich nach der Pflanzung um ein Drittel oder die Hälfte zurückgeschnitten werden, um den Austrieb aus der Basis zu fördern. In Form geschnitten werden Buchenhecken im Spätsommer mit der Handheckenschere. Dasselbe gilt für die Hainbuche. Der Weißdorn kann bereits unmittelbar nach der Blüte, aber auch noch im späten Winter zurückgeschnitten werden. Verliert eine Weißdornhecke die Form, schneiden Sie sie im Spätsommer massiv zurück. Wie forme ich eine Laubhecke? Bereiten Sie zunächst das Pflanzloch vor: Graben Sie tief und füllen Sie es mit reifem Kompost auf. Zwischen 30 und 60 cm Abstand müssen Sie zwischen den Pflanzen schon lassen. Wurzelnackte Ware sollten Sie nur im Spätherbst oder im März setzen. Containerpflanzen können Sie das ganze Jahr über einsetzen, wenn die Erde nicht gefroren ist. Nach dem Setzen schneiden Sie die Pflanze um ein Drittel bis die Hälfte zurück. Dieser Prozess wird im folgenden Winter wiederholt. Das scheint zwar eine drastische Maßnahme zu sein, doch nur so sorgen Sie für ausreichenden Bewuchs in den unteren Regionen. Ab dem dritten Jahr kürzen Sie im Winter alle neuen Triebe um ein Drittel bei. So entwickelt sich ein buschiger Austrieb, der das Innere der Hecke allmählich verdeckt. Vergessen Sie nicht, die Hecke regelmäßig zu wässern sowie im Frühjahr und Frühsommer zu düngen, damit sie ordentlich treibt. Einige Pflanzen wie der Weißdorn wachsen recht schnell. Sie müssen regelmäßig um mindestens die Hälfte zurückgeschnitten werden. Seitentriebe, die über die gewünschte Breite hinausreichen, werden am Ansatz im Innern der Hecke entfernt. Sobald die Hecke die gewünschte Breite und Höhe erreicht hat, wird sie wie alle anderen Hecken geschnitten. Wie oft muss ich Formgehölze schneiden? Das hängt von der verwendeten Pflanze ab, doch einmal jährlich ist das Minimum. Eiben wachsen langsam, müssen aber geschnitten werden, um die Form zu behalten. Auch Buchs muss nicht häufig geschnitten werden. Andere Pflanzen wie zum Beispiel Liguster verlangen mehr Aufmerksamkeit. Buchsbaum-Hecke Buchsbaum-Hecken sind besonders für Einfassungen geeignet. Man trimmt sie am besten mit eine Schnitthilfe, z. B. ein paar Mauersteinen und einem Holzbrett oder einer Schnur in Schnitthöhe. Der Vorteil der Brettkonstruktion: Die Scherenschneiden gleiten schnurgerade über das Holz. So vermeiden Sie auf jeden Fall Wellenlinien in der Hecke. Damit sie schön dicht bleiben, werden Buchsbaum - Hecken bereits im Frühjahr - bei milder Witterung schon im April – und dann nochmals Ende Juni gestutzt. Ab Anfang August sollte der Buchs verschont bleiben. Dann hat der anschließende Austrieb genug Zeit, bis zu den ersten Frösten auszureifen. So vermeiden Sie, dass die Triebspitzen im Winter vergilben. Wie ziehe ich ein Formgehölz? Geometrische Formen lassen sich leicht aus bereits vorhandenen Gehölzen ziehen, bei komplizierteren Formen ist das nicht sinnvoll, weil dabei das Netzwerk der Zweiglein unter Umständen so beschädigt wird, dass ein Loch entsteht. Schwierigere Formen baut man also besser aus Jungpflanzen auf. Hier ist ein Drahtmodell sinnvoll, obwohl sich die Form mitunter auch durch Binden mit Bindedraht erzielen lässt. Richtig ziehen lassen sich nur junge, biegsame Triebe, weil die alten ihre Form bereits gefunden haben. Manchmal brechen sie sogar, wenn man sie zu sehr spannt. Junge Triebe hingegen lassen sich ohne weiteres in die richtige Position biegen. Alle für die Form nötigen Triebe lassen Sie sprießen und binden Sie an die Form oder an andere Triebe. Seitentriebe sind erlaubt, solange sie sich innerhalb der Form entwickeln. Alles, was die Form stört, wird weggeschnitten. Dann wird die Pflanze Zug um Zug in die gewünschte Form hineinwachsen, bis sie diese vollständig ausfüllt. Eiben-Hecke Regelmäßig in Form gebracht, bietet kein anderes Heckengehölz ein so ebenmäßiges und elegantes Heckenbild. Das macht die immergrüne Eibe zum Klassiker, obwohl es Jahre dauert, bis sie auf Mannshöhe wächst. Besonders dicht wird die Hecke, wenn man junge Pflanzen ab dem zweiten Standjahr und ein paar Jahre danach drei- bis viermal jährlich schneidet. Das sorgt für dichte, ebenmäßige Heckenflanken. Später genügt es, die Schere zweimal jährlich – am besten im Juni und im August – anzusetzen. Kappen Sie dabei etwa drei Viertel des diesjährigen Neuzuwachses sämtlicher Haupttriebe. Nur Eibenzweige sind letztlich so flexibel, dass sie sich in jede nur erdenkliche Form biegen lassen, daher ist die Eibe für jede Art von Formarbeit erste Wahl. Flache Formen auch tatsächlich flach zu halten ist recht schwierig. Meist kommt man nicht ohne Holzmodell aus, an dem man sich beim Schnitt orientiert. Runde Formen sind hingegen weit einfacher zu erzielen, doch auch hier kann ein Modell nützlich sein. Am Ende verschwindet der Formgeber im Innern der Gestalt und ist nicht mehr zu sehen. Alte Hecken verjüngen Mit den Jahren vergreisen auch gut gepflegte Hecken. Im Astgewirr werden die Blätter nur noch schlecht mit Wasser versorgt. Lücken klaffen und die Hecke bietet ein kümmerliches Bild. Setzen Sie beherzt die Schere an, um die Pflanzen zu verjüngen! Zur Verjüngung setzt man die Gehölze auf den Stock, wie der Fachmann sagt. Gemeint ist damit, dass die Hecken radikal auf 50 cm Breite und rund 100 cm Höhe, mindestens aber bis auf die dicken Äste in Hüfthöhe, gekappt werden. Schneiden Sie jedoch mindestens etwa 15 cm mehr ab, als die Hecke später hoch und breit sein soll. Nach diesem radikalen Schnitt bleiben nur die dicken Hauptäste mit kurzen Aststummeln übrig. Die Gehölze reagieren mit vielen Neutrieben, vor allem rund um den Ansatz der dicken Seitenäste direkt am Stamm. Beim Auf-den-Stock-Setzen erfolgt der Austrieb vor allem im unteren Bereich. Die Hecke kann nach einem Verjüngungsschnitt deutlich schmaler als zuvor gehalten werden – ein Glücksfall für kleine Gärten. Soll die Hecke höher wachsen als vorher, lässt man die kräftigen Neutriebe bis zur gewünschten Höhe wachsen und beginnt erst dann mit dem Formschnitt. Der beste Zeitpunkt für das Verjüngen ist bei Laubhecken die Vegetationsruhe von Oktober bis Februar. Bei einem Schnitt im Oktober verheilen die Schnittwunden besser. Immergrüne werden im Frühling geschnitten. Für den Neuaustrieb brauchen die Pflanzen Kraft. Mulchen Sie deshalb die Hecke nach der Radikalkur gut und düngen Sie im Frühjahr mit einem organischen Gartendünger.
30.09.2010, 16:02 von gartenadmin |
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